Mindestens 10.000 Arten leben im Nationalpark Hainich. Sie zu erfassen gehört zu den Forschungsaufgaben des Nationalparks. Der aktuelle Artenbericht der Nationalparkverwaltung finden sie unter www.nationalpark-hainich.de . Wie aber kann dem Besucher diese Vielfalt vermittelt werden? Mit dem Erfassen von Arten durch Spezialisten ist es nicht getan.
Es gehört auch zu den Aufgaben des Nationalparks, im Rahmen der Umweltbildung die dabei gewonnenen Ergebnisse weiterzugeben, Wissen zu vermitteln und Naturerlebnis zu ermöglichen.
Je nach Kenntnisstand und Interessenlage werden viele Besucher den Wald auf eigene Faust auf einem der gut ausgeschilderten Wege erleben wollen.
Daneben bietet aber die Nationalparkverwaltung geführte Wanderungen an, hält Informationsmaterial bereit (z.B. Faltblätter über Vögel und Blütenpflanzen) und zeigt in den vier Nationalpark-Informationen viel Interessantes zur Artenvielfalt (Tipp: Auf der Homepage des Nationalparks findet sich seit kurzem eine informative Rubrik Leben braucht Vielfalt).
So sind 45 Säugetiere aufgelistet, darunter 13 Fledermausarten und die Wildkatze, 12 Amphibien- und 5 Reptilienarten. Die meisten Arten gehören jedoch zu den Insekten: So stehen den 174 Vogelarten (davon 107 als Brutvögel) allein 621 Großschmetterlinge gegenüber. Nicht zuletzt dank dem Eisenacher Wolfgang Apfel sind jetzt 1.860 Käferarten nachgewiesen (davon mehr als 440, die auf Holz angewiesen sind), das ist mehr als ein Viertel aller Käferarten Deutschlands!
Bei den Blütenpflanzen dürften mit 776 Arten fast alle Arten erfasst sein, während bei Moosen (220 Arten) und Flechten (125 Arten) noch Erfassungslücken bestehen. Dies trifft auch auf die Pilze zu, deren Zahl auf über 2000 geschätzt wird; erfasst sind bisher 1.314 Arten. Insgesamt führt der Bericht die schon jetzt beeindruckende Zahl von 6.200 aktuell im Nationalpark Hainich nachgewiesen Arten auf.
Die tatsächliche Artenzahl dürfte aber bei weit mehr als 10.000 Arten liegen. Auch 2003 gelangen wieder einige spektakuläre Neu- und Wiederfunde für Thüringen, z.B. bei Käfern, Pilzen und Flechten (so wurde die Flechte Pyscia aipolia gefunden, die in Thüringen als ausgestorben galt). Die Inventarisierung soll in den nächsten Jahren fortgesetzt und deren Ergebnisse für den Besucher aufbereitet werden (z. B. über Faltblätter und Broschüren, wie sie bereits für Vögel, Blütenpflanzen, Bäume und Spechte vorliegen).
Ein solcher Bericht wäre ohne die Mitwirkung zahlreicher Experten, denen an dieser Stelle gedankt sei, nicht möglich. Mit dem Artenbericht 2004 wird die Bedeutung des Hainichs für den Erhalt der Artenvielfalt unserer Buchenwälder in eindrucksvoller Weise unterstrichen.
















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