Inmitten des Thüringer Waldes zwischen Eisenach und Inselsberg liegt die kleine Stadt Ruhla.Von den Einwohnern liebevoll die „Ruhl“ genannt, windet sich die 7.000 Einwohnerstadt Ruhla im Erbstromtal entlang.
Ruhla liegt als Bergstadt mit etwa 7.000 Einwohnern inmitten des Naturpark Thüringer Wald und nur zwei Kilometer oberhalb verläuft der Höhenwanderweg Rennsteig.
Die enge Tallage ist auch der Grund für Ruhlas charakteristisches Bild:
Kleine Fachwerkhäuser, die die Hänge hinauszusteigen scheinen. Doch Ruhla bietet auch Kulturelles: Mini-a-thür, Heimat- und Tabakmuseum, Uhrenmuseum und die beiden Kirchen St. Concordia und St. Trinitatis. Nach dem Niedergang des Messerschmiedehandwerkes im 18. Jahrhundert etablierten sich in Ruhla die Tabakwarenindustrie und später die Elektro- und Uhrenindustrie. Bis 1989 waren die Betriebe der Stadt wichtige Arbeitgeber für die ganze Region. Noch heute hat das Werk Fahrzeugelektrik Ruhla seinen Sitz in der Stadt. Doch Ruhla ist bei seinen Besuchern vor allem wegen der Möglichkeiten zum Wandern, Skilaufen und für seine Museen bekannt.
St. Concordia & St. Trinitatis Im Jahre 1640 wurde Ruhla aufgrund der Erbteilung in das Herzoghaus Sachsen-Gotha und das Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach getrennt, was zur Folge hatte, dass der Ort nun im Besitz zweier unterschiedlicher Fürstentümer war und der Grenzverlauf mitten durch den Ort verlief. Die St. Concordia Kirche ist die Kirche des ehemals zu Eisenach gehörenden Ortsteils.
Sie wurde 1660/61 erbaut und ist eine der seltenen Winkelkirchen mit dem Taufstein von 1648 und dem 1911 von Großherzog Carl Alexander gestiftetem Glasfenster immer einen Besuch wert. An der Stelle der heutigen St. Trinitatis Kirche stand im 17. Jahrhundert die Kirche des gothaischen Ruhla. Sie war Objekt des Ruhlaer Kirchenstreites und musste nach 80 Jahren Nutzung abgerissen werden. 1682 wurde an dieser Stelle die St. Trinitatis Kirche erbaut. Heute wird die Kirche nicht nur für den Gottesdienst sondern auch als Konzert und Ausstellungsort genutzt.
Nachdem die Messerschmiedzunft in Ruhla niedergegangen war, etablierte sich in Ruhla die Tabakpfeifenherstellung. Die Verwendung von Meerschaum und ab 1750 die Erfindung des „unechten“ Meerschaumes machten Ruhlas Tabakindustrie weit über Thüringens Grenzen hinaus bekannt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Pfeifenindustrie einen starken Aufschwung und so wurden jährlich über 2 Millionen Pfeifen in Ruhla hergestellt. Mit dem Tod des letzten Meerschaumkopfschneiders 1981 starb das Gewerbe in Ruhla aus.
Heute kann man im Tabakwarenmuseum kunstvoll geschnitzte Pfeifen sehen und die Kunst der Tabakwarenherstellung wird mit Originalarbeitsplätzen, Werkstätten und den verschiedenen Berufen demonstriert. In 15 Ausstellungsräumen wird aber auch auf das Waffenschmiede-und Messerschmiedehandwerk eindrucksvoll eingegangen.
Das Uhrenmuseum zeigt die Entwicklung der Uhrenindustrie, die bis 1990 Ruhla über die Ländergrenzen hinaus bekannt gemacht hat und auch jetzt noch auf dem Markt vertreten ist. Ruhlaer Uhren waren seit der ersten Uhr aus dem Jahre 1862 für viele Jahre ein Markensymbol, dem im Uhrenmuseum Tribut gezollt wird, indem die Entwicklung der Ruhlaer Uhren gezeigt wird. Insgesamt werden seit 2002 767 Exponate und die historischen Fertigungsverfahren gezeigt. Im Heimatmuseum werden die unterschiedlichen Epochen in der Geschichte Ruhlas thematisiert. Vor allem anhand der ansässigen Industrie will das Museum einen Einblick in die Ruhlaer Geschichte gewähren.
Die Ruhlaer Tropfsteinhöhle wurde 1888 entdeckt und ist seit 1896 der Öffentlichkeit zugänglich. Bekannt ist die bis zu 48 Meter tiefe Höhle durch seine Stalakmiten und Stalaktiten, die eine beträchtliche Größe erreichen. So zum Beispiel die sogenannte Pyramide mit 3,5 Meter in der Großen Grotte. Zu den geologischen Attraktionen gehören auch grobkristalline Sinterflächen und in Wandnischen befindliche Excentriques (Sinterbildungen).
Die Ruhlaer Tropfsteinhöhle ist Thüringens einzige ausgebaute Tropfsteinhöhle und kann mehrere tausend Jahre alte Tropfsteine ihr Eigen nennen. Dennoch heißt es warm anziehen: In der Höhle herrscht ganzjährig eine Temperatur von 8 Grad Celcius.
















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