Die Ende Mai eröffnende Sonderausstellung „Bach & Friends" zeigt Zeitgenossen, mit denen Bach im Lauf seines Lebens zu tun hatte, in 68 originalen Kupferstichen des 18. Jahrhunderts.
Die Ausstellung reicht von Söhnen und Enkeln, Kollegen, Musikern und Musikerinnen, Dienstherren und -herrinnen, Förderern und Auftraggebern bis zu Juristen und Ärzten.
Ausgewählt wurden nur Personen, mit denen Bach persönlich zu tun hatte. Darunter sind herzliche Freunde – etwa der Dresdner Kapellmeister Hasse und seine Frau, die Diva Faustina, oder Telemann, der Taufpate von Bachs zweitältestem Sohn, aber auch bittere Feinde wie der von Bach als „Rektor Dreckohr" betitelte antimusikalische Gymnasialdirektor Biedermann aus Freiberg, oder der mächtige Graf Brühl, der Bach am liebsten schon zu Lebzeiten als Thomaskantor ersetzt hätte.
Außerdem wurden nur solche Kupferstiche berücksichtigt, die nicht länger als 20 Jahre nach dem Tod der abgebildeten Person entstanden sind. „Zum einen ist da bereits die Erinnerung an die lebendige Person verblasst, zum anderen wären sonst zu viele Stiche aus unserer Sammlung in Betracht gekommen – die Wände sind bereits voll", erklärt Bachhaus-Direktor Hansen. Pech für Bach: Der erste Kupferstich von ihm erschien erst 23 Jahre nach seinem Tod. Dafür stellt seine Musik an acht Hörstationen in der Ausstellung eine Verbindung zwischen ihm und den jeweiligen Personen dar.
Die Ausstellung wurde komplett aus dem eigenen Sammlungsbestand des 106 Jahre alten Museums bestritten. Sie dient damit auch zu dessen Dokumentation. „Es ist eine Ad-hoc- Ausstellung, die wir zu späteren Zeitpunkten erneut zeigen und um Neuerwerbungen ergänzen können", erklärt Hansen. Ein Katalog befindet sich in Vorbereitung.