Die städtische Musikschule „Johann Sebastian Bach“ und die „Alexander Blume Musikschule“ haben für das Wochenende 21./22. Februar den Marburger Komponisten, Chorleiter und Musikpädagogen Jean Kleeb nach Eisenach eingeladen. Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich, Sylvia Löchner (Leiterin der Musikschule „Johann Sebastian Bach“) und Alexander Blume (Leiter der Musikschule Blume) stellten heute (29. Januar) das Programm mit Jean Kleeb in Eisenach vor.

Jean Kleeb Portrait

„Eisenach ist das kulturelle Zentrum in Westthüringen mit weltweiter Strahlkraft, nicht zuletzt weil Johann Sebastian Bach in Eisenach geboren wurde, also ein echter Eisenacher ist“, betonte Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich mit Stolz: „Das kann uns keine andere Stadt nachmachen“.

„Unsere beiden Kultureinrichtungen werden dem damit verbunden Anspruch immer gerecht und leisten hier täglich eine ganz wichtige Vermittlungsarbeit auf künstlerisch hohem Niveau und gleichermaßen auch in die Breite“, untermauerte Heidenreich das Engagement der zwei Musikschulen.

 

Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam initiativ“ wollen sie nun ihre Energien projektweise bündeln und damit das Kulturleben Eisenachs einmal mehr profilieren und stärken. Das Wochenende mit John Kleeb ist dafür der passende Auftakt.

„Jeder soll sich angesprochen fühlen. Es ist ein Projekt für alle und wir wollen zeigen, wie schön es sein kann, miteinander Musik zu machen“, betonte Alexander Blume. Jean Kleeb wird sehr aktiv mit den Singenden werden. Er hat eine mitreißende Art und schafft es auf wunderbare Weise, alle mit einzubeziehen, erklärte Blume.

 

„Dieses Projekt ist übriges das erste gemeinsame Projekt beider Musikschulen. Wir freuen uns sehr darauf, vielen musikinteressierten Menschen Gastgeber für ein intensives, abwechslungsreiches und klangvolles Wochenende sein zu dürfen“, so Sylvia Löchner.

 

Masterclass „Piano ohne Grenzen“

Freitag, 21. Februar 2020, 15 bis 17 Uhr im Saal der Musikschule „Johann Sebastian Bach“

Teilnahmegebühr: 10 aktiv / 5 Euro passiv, kostenfrei für Schüler der Musikschulen „Johann Sebastian Bach“ und Alexander Blume

 

Der Workshop richtet sich an Pianisten verschiedener Niveaus, die ihre stilistische Brandbreite erweitern und neue Klavierklänge kennen lernen möchten. Manch klassisch orientierte Pianisten würden gerne ausgeschriebene jazzige Stücke spielen, die sich in freier Improvisation fortspinnen lassen. Ebenso können Jazzmusiker neue Möglichkeiten aus der Verbindung mit klassischen Stücken entdecken. Einfache Patterns aus beiden Genres laden zum Ausprobieren ein und können neue Welten eröffnen. Die Teilnehmer können hier ihre eigenen melodischen, harmonischen und rhythmischen Vorstellungen am Klavier erweitern und im Workshop ausprobieren. Dabei fließen Klaviermusik von Beethoven, Jazzmusik von Ragtime bis Free und Weltmusik ineinander.

 

Konzert

Freitag, 21. Februar 2020, 19 Uhr im Saal der Musikschule „Johann Sebastian Bach“

Eintritt: 10 Euro, 5 Euro für Schüler der Musikschulen „Johann Sebastian Bach“ und Alexander Blume

 

Ludwig van Beethoven besaß die Fähigkeit, aus dem kleinsten unscheinbaren Motiv ein ganzes musikalisches Universum zu entfalten. Kein anderer klassischer Komponist hat so bewusst mit dem Rhythmus gearbeitet wie Beethoven. Bekannte „Beethoven-Themen“ werden mit Jazz-Harmonik und gängigen Stilen und Rhythmen fusioniert, separiert, befreit, aufgewirbelt, gefiltert und neu zusammensetzt. Die Bearbeitungen Jean Kleebs orientieren sich manchmal nah am Original, manchmal kommentieren sie oder erinnern an Beethovens Musik aus der Ferne. Seine Anklänge an Beethovens Musik arrangiert Jean Kleeb in stil- und landestypischer Weise. Er hebt ethnische Attribute wie „alla turca“ hervor oder kitzelt exotische Rhythmen aus dem Werk heraus und treibt sie auf die Spitze. Manchmal hat er aber auch einfach Spaß daran, starke Kontraste zwischen dem klassischen Klavierstück und der Musik der restlichen Welt herzustellen.

 

Chor-Workshop

Samstag, 22. Februar 2020, 10 bis 16 Uhr im Foyer der Musikschule Blume

Teilnahmegebühr: 25 Euro

 

Für Menschen, die Lust haben, leicht zugängliche Weltmusik in einer Chorgemeinschaft zu erleben. Der Workshop phantasiert mit der Idee, dass Beethoven als Reisender durch die Welt zieht und verschiedene musikalische Traditionen erkundet. Dabei erklingen einzelne Themen aus seinen Werken verschmolzen mit einer ganz anderen Chormusik, die jenseits der Klassik ist: indianische, afrikanische und folkloristische Chorstücke aus allen fünf Kontinenten. Beethoven hat immer sehr bewusst mit Rhythmus und Puls gearbeitet. Der „Drive“ ist in jeder Zelle seiner Musik spürbar! Diesen Reichtum an Rhythmen, ungeraden Taktarten und Synkopen gibt es auch in der außereuropäischen Musik.

 

 

Jean Kleeb

Der Gast aus Eisenachs Partnerstadt Marburg

 

Geboren in Santo André/Brasilien, studierte Jean Kleeb an der Universität von São Paulo Komposition und Schulmusik. Seit 1991 lebt er in Deutschland und arbeitet als Komponist, Chorleiter, Pianist, Clavichordist, Musikpädagoge und Arrangeur. Seine Werke für Chor, Klavier, Ensembles und Orchester, die sich stilistisch von der Musik der Moderne bis zur Weltmusik erstrecken, sind bei unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht. Kleebs Schwerpunkte als Chorleiter sind zeitgenössische Werke und Oratorien aus allen Kontinenten sowie weltliche Chormusik zwischen Jazz, Moderne und Ethno. Sein besonderes Anliegen ist es, die weltliche und geistliche Chormusik aus Europa mit verschiedenen Kulturen zu verbinden, etwa aus Lateinamerika, Afrika und Asien.

Foto: Jean Kleeb © Jean Kleeb