In der aktuellen Ausgabe der „Monumente", dem Magazin für Denkmalkultur Deutschland, werden wieder interessante historische Fakten aus der Residenzstadt Gotha vorgestellt. In einem Artikel über Ballsäle, die ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts an den deutschen Fürstenhöfen große Mode waren, fand der Ballsaal im Gothaer Schloss Friedenstein Erwähnung.

In diesen Sälen wurde tatsächlich Ball gespielt, ähnlich dem heutigen Tennisspiel, nur mit den Händen, ohne Schläger. Als das Spiel im 18. Jahrhundert nicht mehr elitär, sondern in allen Kreisen gespielt wurde, verlor der Adel das Interesse. Neue Leidenschaft wurden Theater, zu denen sich, wie in Gotha auch, die großen Ballsäle gut umfunktionieren ließen.

So heißt es in diesem Artikel: „Ein prominentes Beispiel für die Verwandlung eines Ballhauses in eine bis heute bestehende Schauspielstätte ist das Ekhof-Theater in Gotha. Als das Herzoghaus Sachsen-Gotha ab 1643 Schloss Friedenstein errichten ließ, wurde in den beiden unteren Geschossen des Westturms ein Ballhaus eingerichtet. Bereits 1681 veranlasste Herzog Friedrich I. den Umbau zum herzoglichen Komödienhaus. Ab 1775 gelangte das Gothaer Hoftheater unter der Leitung von Conrad Ekhof mit einem eigenen Ensemble zu großer Blüte." Noch heute ist das Ekhof-Theater im Originalzustand erhalten und wird auch noch bespielt. Besondere Höhepunkte bietet das jährliche Ekhof-Festival, in dessen Rahmen zeitgemäße Theaterstücke oder Opern aufgeführt werden. Die meisten „Ballhäuser" wurden jedoch abgerissen.