Neue Ausstellung mit Fokus auf das Schaffen von Marianne Brandt in Gotha beginnt am 15. November 2019 im KunstForum Gotha.

„Meine beste und genialste Schülerin“ urteilte einst Bauhausmeister László Moholy-Nagy über Marianne Brandt. Ohne Zweifel war die in Chemnitz geborene Bauhausschülerin (1893–1983) mit ihren Entwürfen ein Ausnahmetalent. Im Jubiläumsjahr „Bauhaus 100“ zeigt das KunstForum Gotha vom 15. November bis zum 29. Dezember 2019 eine bisher nicht bekannte Vielzahl von Gothaer „Designobjekten für den Hausgebrauch“ in herausragender gestalterischer Qualität. Seltene Originaldokumente verdeutlichen, dass die Arbeit in der Industrie für eine Frau vom Bauhaus in den 1930er Jahren nicht unkompliziert war.
Die von Marianne Brandt handwerklich hergestellten Metallobjekte in Weimar (1923–1925) und ihre für die Industrie entworfenen Leuchten in Dessau (1926–1929) sind international als Designklassiker anerkannt. Der teuerste je bezahlte Preis für ein Bauhausobjekt gebührt ihrem Tee-Extraktkännchen MT 49. Zu Lebzeiten lange verkannt, wird Marianne Brandt heute als eine der bedeutendsten Bauhäuslerinnen geschätzt. Von Dezember 1929 bis Ende 1932 brachte sie den Bauhaus-Gedanken nach Gotha. Als „Leiterin der Entwurfsabteilung“ der Metallwarenfabrik Ruppelwerk GmbH Gotha ist es ihr gelungen, mehr Produkte in die industrielle Serienfertigung zu überführen, als in ihrer Weimarer und Dessauer Bauhauszeit zusammen. Bisher wurde ihr gestalterischer Lebensweg nach dem Bauhaus nur oberflächlich behandelt. Dies soll sich nun anhand der Ausstellung im KunstForum Gotha ändern.