Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten setzt Arbeiten am Wilhelmsthaler See fort

csm Wilhelmsthal Bruecke am See 1116c04ad1

Seit Anfang Mai wird die sogenannte Sckell-Brücke am Wilhelmsthaler Sees saniert. Die Arbeiten sind Teil der Dammsanierung am als Talsperre eingestuften See. Der unter der Brücke hindurchführende Auslauf des Sees, der Wasser über eine historische Granitfelskaskade mehrere Meter tief zurück ins eigentliche Flussbett der Elte leitet, dient gleichzeitig als Hochwasserentlastung.

An der über 200 Jahre alten Sckell-Brücke waren erhebliche Schäden am Naturstein und Mängel in der Gründung aufgetreten. Für die Sanierung mussten umfangreiche Planungs- und Genehmigungsunterlagen erstellt und mit dem Landratsamt Wartburgkreis sowie der Stauanlagenaufsicht im Thüringer Landesverwaltungsamt abgestimmt werden, um die Sanierung in die Stauanlageninstandsetzung zu integrieren. Ziel der Gesamtmaßnahme ist es, die komplexen aktuellen Erfordernisse der Technik mit den Gesichtspunkten der Denkmalpflege in Einklang zu bringen. Die Arbeiten umfassen Stabilisierungsmaßnahmen, Reparaturen am Natursteingewölbe und die Sicherung der Sohlbereiche. Zudem werden durch eine Spezialfirma in den nächsten Wochen weitere Natursteinrestaurierungsarbeiten an der Brücke vorgenommen einschließlich der Ergänzung von Brüstungsmauern, die eine sichere Begehbarkeit gewährleisten sollen.

Zudem wurde die Instandsetzung eines künstlichen Wasserfalls vorbereitet, der auf der Dammrückseite aus einem grottenartigen Bereich Wasser über aufwendig arrangierte Felssetzungen ebenfalls aus der Zeit um 1800 führt. Gespeist wird dieser Wasserlauf von einem weiteren Ablass des Sees, der baufällig ist und durch eine eingeschobene Rohrleitung saniert wird. Im Verlauf der nächsten Monate sollen dann auch die Restarbeiten am Damm abgeschlossen werden, um schließlich nach Durchführung einer Probestauung den Wilhelmsthaler See wieder zu befüllen.

Der See mit seinen künstlichen Wasserfällen und der Dammanlage ist ein bedeutendes Element der denkmalgeschützten Landschaftsparkanlage aus der Zeit um 1800, der in die letzte herausragende Umgestaltungsmaßnahme des Hofgärtners Hermann Jäger und Fürst Hermann von Pückler-Muskaus eingebunden wurde.

Foto: Autor