Die Evangelische Akademie Thüringen organisiert vom 12. bis 14. September eine Tagung mit dem Motto „Bilder tauschen - Kirche in der DDR“ im Zinzendorfhaus Neudietendorf.

Zum Programm gehören unter anderem eine Filmvorführung, Lesungen, Vorträge und Diskussionsrunden, das persönliche Bildertauschen und ein Podiumsgespräch mit
Ilse Junkermann, dann Altlandesbischöfin und Leiterin der Forschungsstelle „Kirchliche Praxis in der DDR. Kirche(sein) in Diktatur und Minderheit“ an der Universität Leipzig, sowie Prof. Christopher Spehr, Kirchenhistoriker an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Am 13. September ist um 19 Uhr die Vernissage einer Ausstellung mit Fotografien des Leipziger Fotografen Harald Kirschner mit anschließendem Künstlergespräch integriert. Anmeldung: Evangelische Akademie Thüringen, www.ev-akademie-thueringen.de oder Tel. 036202-984-19.

„Waren sie grau in grau? Sehen wir sie schwarz-weiß? Oder sind sie doch recht bunt gewesen? Je nach Lebensalter, Herkunft und einstiger Position haben wir unterschiedliche Bilder beim Blick auf die DDR und die Kirche in ihren Grenzen“, sagt Dr. Sebastian Kranich, Direktor der Evangelischen Akademie und Tagungsleiter. Auch Geschichtsbilder und eigene Erinnerungen stimmten oft nicht überein. Ein Bischof oder Pfarrer habe etwas anderes erlebt als ein „normales“ Gemeindeglied oder eine Jugendliche in einer Friedensgruppe.

„30 Jahre nach dem Herbst 89 wollen wir über Bilder ins Gespräch kommen und so die Grenzen der eigenen Wahrnehmung überschreiten“, kündigt Kranich an. „Namhafte Historiker präsentieren und diskutieren unterschiedliche Erzählweisen von Zeitgeschichte. Die Annäherung an das Thema erfolgt mittels bewegter Bilder im Dokumentarfilm, im Austausch mit Jugendlichen und mit dem Blick auf literarische Bilder christlichen Lebens in der DDR“, berichtet Kranich.

Die Vernissage der Ausstellung des Leipziger Fotografen Harald Kirschner gilt als ein Höhepunkt der Tagung. Gezeigt werden Bilder vom vielfältigen Leben von Christen beider Konfessionen in der DDR, aus der Zeit der Friedlichen Revolution und des Umbruchs 1990/91. Wolfgang Thierse konstatierte: „Es sind Bilder, …, die eine eigentümliche Überzeugungstreue und staunenswerte Tapferkeit dokumentieren.“

Die Teilnehmer der Tagung sind eingeladen, auch eigene Fotos und Erinnerungsstücke mitzubringen. „Einen Nachmittag lang nehmen wir uns Zeit; in kleinen Gruppen Erlebnisse und Erfahrungen zu teilen und Bilder zu tauschen“, so Kranich.