In wenigen Tagen beginnt der GÜLDENE HERBST, das Festival Alter Musik in Thüringen, unter den momentan geltenden Hygienebestimmungen und mit beschränkten Platzkapazitäten, aber mit dem gesamten Festivalprogramm!

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Ab diesem Jahr lädt das Festival jeweils an einen prächtigen Residenzort in Thüringen ein. Den Reigen eröffnet die Stadt Gotha, die heute noch den Glanz des einstigen ernestinischen Hofes ausstrahlt.

Der Prolog am 1. Oktober in Weimar mit dem Ensemble Hofmusik und dem Johann-Sebastian-Bach- Ensemble Weimar blickt musikalisch bereits nach Gotha, wo das Festival vom 2. bis 4. Oktober residiert. Die barocke Stadt Gotha wird am ersten Oktoberwochenende unter dem Motto „Musik.Liaison” zur Bühne des Festivals mit Ensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Vocalkreis Gotha und ThüringenBarock/Barocktrompeten Ensemble Berlin sowie Collegium Marianum Prag. „Musik.Liaison“ verweist auf das weltoffene, mit zahlreichen europäischen Geistesund Kulturgrößen verbundene Gotha des 18. Jahrhunderts. Für fast alle Konzerte sind noch Karten über den Ticketshop Thüringen erhältlich.

Ministerpräsident Bodo Ramelow und OBM Knut Kreuch haben ihr Kommen für das Eröffnungskonzert am 2. 10. in der Augustinerkirche in Gotha zugesagt. Für dieses Konzert konnte die Akademie für Alte Musik Berlin als ein Spitzenensemble der Alte-Musik-Szene gewonnen werden. Das Programm „Les Caractères de la Danse“ spannt einen Bogen von den weltoffenen Thüringer Residenzen zum Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. in Versailles. Sowohl Johann Bernhard Bach, ein Vetter von Johann Sebastian Bach, als auch der berühmte Georg Philipp Telemann holten sich ihre Inspiration aus Frankreich. Französische Eleganz und Esprit durchziehen somit den gesamten Konzertabend, der mit den Protagonisten der französischen Barockmusik Jean-Baptiste Lully und Michel-Richard Delalande eröffnet werden wird. Für die 21.30 Uhr-Vorstellung gibt es noch Karten, das 19.30-Konzert ist ausverkauft!

Der Festivalsamstag beginnt am 3. Oktober mit einem kleinen Ausflug nach Wandersleben. Dort wird Dieter Schumann um 15.30 Uhr Familien mit seiner Erfurter Camerata begeistern, die Renaissanceinstrumente von Krummhorn bis Viola da gamba spielt. Der Abend des 3. Oktobers ist gleich mit zwei Konzerten gefüllt. Erlesene Kantatenkunst made in Gotha steht auf dem Programm des Abendkonzerts um 19.30 Uhr mit dem Vocalkreis Gotha, ThüringenBarock sowie Mitgliedern des Barocktrompeten Ensembles Berlin. Alle vier Komponisten des Abends wirkten im 17./18. Jahrhundert in der barocken Residenzstadt Gotha. Wolfgang Carl Briegel, Christian Friedrich Witt und Gottfried Heinrich Stölzel bekleideten nacheinander das Amt des Hofkapellmeisters, der berühmte Johann Pachelbel war hier Stadtorganist. Im Kontrast dazu wird das Nachtkonzert um 22 Uhr in der Augustinerkirche den Konzertabend leise und fast meditativ ausklingen lassen. Die fernöstlichen Instrumente Oud, eine arabische Laute und Ney, eine Flöte türkischen Ursprungs schaffen einen Klangraum, in dem die Gedichte des islamischen Mystikers Hafis eingebettet werden. Die Musiker Mohamad Alfaham und Torsten Haag entführen gemeinsam mit dem Schauspieler Paul Enke das Publikum nach einem langen Festivaltag zu einer geheimnisvollen Reise in eine fremde Welt.

Im Abschlusskonzert am 4.10. setzt sich das Collegium Marianum unter der Leitung der Flötistin Jana Semerádová noch einmal mit dem Festivalmotto „Musik.Liaison“ auseinander und verfeinert es in eine „Liaison amoureuse: Gotha-Böhmen“. Kantaten über die unerfüllte Liebe stehen auf dem Programm, in denen die Sopranistin Lore Binon z.B. Aurora, die Göttin der Morgenröte, als enttäuschte Liebhaberin besingen wird. Der in Böhmen geborene Gothaer Hofkapellmeister Georg Anton Benda prägte das Musikleben an der Schlosskirche, wo nun erstmals auch seine weltlichen Kantaten erklingen werden. Das Programm wird durch prachtvolle Instrumentalmusik von Franz Benda und Johann Friedrich Fasch vervollkommnet. Bereits um 14 Uhr geben Prof. Dr. Helen Geyer, Festivalleiter Gerd Amelung und Mitglieder des Collegium Marianum eine Einführung. Das Festivalprogramm wird am 4.10. durch einen Festgottesdienst in der Margarethenkirche und eine Matinee um 11.30 ergänzt, auf der das Buch „Kulturelle Entdeckungen im Musikland Thüringen“ von Prof. Dr. Helen Geyer, Dr. Christoph Meixner und Dr. Michael Grisko vorgestellt wird.

Der Prolog des GÜLDENEN HERBST 2020 am 1. Oktober um 19.30 Uhr in der Herderkirche in Weimar blickt musikalisch bereits nach Gotha. Stadtkantor Johannes Kleinjung widmet sich gemeinsam mit dem Ensemble Hofmusik und dem Johann-Sebastian-Bach-Ensemble Weimar vergessenen Kantaten von Gottfried Heinrich Stölzel und Georg Anton Benda. Beide Komponisten waren nacheinander als Kapellmeister am Hofe in Gotha engagiert und zu ihrer Zeit Schwergewichte in der deutschen Musiklandschaft. Johannes Kleinjung möchte mit diesem Konzert dazu beitragen, dass die Gothaer Hofkapellmeister einen würdigen Platz in der Musikgeschichte zurückerhalten. Sowohl Stölzel als auch Benda haben ein reiches Oeuvre an Kantaten, Opern, Oratorien und Instrumentalmusiken geschaffen. Ein Teil ihrer Kirchenmusik ist jedoch nur mit dem notwendigen Entdeckergeist wie ihn Johannes Kleinjung besitzt in den Thüringer Adjuvantenarchiven aufzuspüren.

Durch die geltenden Infektionsschutzbestimmungen des Freistaates Thüringen wurde die Anzahl der Plätze pro Konzert reduziert, um den geforderten Mindestabstand zwischen den Zuhörern gewährleisten zu können. Auf dem Weg bis zum Sitzplatz muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, die aber während des Konzertes abgenommen werden darf. Auch das mögliche kontaktlose Bezahlen an der Abendkasse sowie ein Wegeleitsystem für Einlass und Ausgang gehören zum Hygienekonzept des Festivals GÜLDENER HERBST.

Genaue Programminfos: www.gueldener-herbst.de

Tickets und Festivalpässe: www.ticketshop-thueringen.de / Tel: (03 61) 227 5 227

Bild: Akamus Foto: Uwe Arens