Er war einer der größten Unterhaltungskünstler des 20. Jahrhunderts: Heinz Erhardt. Wie kaum ein anderer konnte er mit seinem Wortwitz und seiner gutmütig-kleinbürgerlichen Erscheinung, hinter der sich sein Schalk versteckte, das Publikum zum Lachen bringen. Ganz Deutschland der Nachkriegszeit lag dem Starkomiker zu Füßen – „Noch’n Gedicht“ wurde zum geflügelten Wort. Nach sehr erfolgreichen Aufführungen im Theater Rudolstadt feiert nun der Heinz-Erhardt-Abend am Landestheater Eisenach seine Premiere: „Danke für das Geräusch!“ ist ab dem 14. April hier zu erleben.

Geräusch 07 StüßerSeidenstickerPeter Scholz

Das Stück beruht auf Heinz Erhardts Lustspiel „Das hat man nun davon“, in dem er als Schauspieler und Komiker gleichsam glänzen konnte. Schauspieler Markus Seidensticker präsentiert in der Partie des Willi Winzig gemeinsam mit Schauspielkollegin Manuela Stüßer, die alle Frauenrollen spielt, ein turbulentes Best-of an Heinz-Erhardt-Gedichten, -Liedern und –Wortspielen, das Regisseur Markus Fennert mit Ausstatterin Sandra Hauser in Szene gesetzt hat.
Zum Inhalt: Als Inbegriff für den kleinen Mann erfand Heinz Erhardt sich die Figur des Willi Winzig. Willi Winzig, ein im Grunde fröhlicher Mensch, arbeitet in „Danke für das Geräusch!“ im Finanzministerium, sitzt im Vorzimmer des Ministers. Etliche der hohen Herren hat er in den mittlerweile 25 Berufsjahren kommen und gehen sehen. Aber in jüngster Zeit wächst seine Unzufriedenheit und damit auch die Lust am Ungehorsam. Statt kleine Leute in den fiskalischen Ruin zu treiben, lässt er die Mahnungen, Steuerstrafen und Zahlungsbefehle einfach unter den Tisch fallen. Die Streichung seiner Pensionsansprüche droht. Doch Winzig arbeitet längst an einer Alternative zum Beamtendasein. Denn zwischen all den Aktendeckeln hat er wahre Meisterwerke versteckt. Keine Plagiate oder Raubkopien, sondern seine eigenen anarchischen Sprachspielereien. Der unscheinbare Schreiberling entpuppt sich als tollkühner Versakrobat mit musikalischem Geschick. Da bleibt Frauenbesuch nicht aus…

Termine: 14. (einzelne Restkarten noch erhältlich), 20., 26. und 29. April,18. und 20. Mai, 09. Juni
Karten: Theaterkasse (03691-256 219), Eisenacher Tourist-Information (03691-792 323), www.landestheater-eisenach.de

Foto: Peter Scholz