Gotha. am 8. September 2019
Das Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“

Auch in diesem Jahr wird in Gotha wieder der „Tag des offenen Denkmals“ mit der Öffnung interessanter Objekte begangen. Anlässlich des 100-jährigen Bauhaus-Jubiläums richtet sich das diesjährige Motto auf die „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“. Ob technische Fortschritte, Verwendung neuer Materialien, innovative Konstruktionen und neue gestalterische Stilelemente – Umbrüche lassen sich in jeder Epoche erkennen. Und in jedem Umbruch verzeichnet sich etwas Neues, Revolutionäres, Fortschrittliches – etwas Modernes.

Eröffnet wird die Veranstaltung um 10.00 Uhr an der „alten Sternwarte“ auf dem Seeberg. Auch bei diesem Areal ist ein Umbruch in der Architektur zu verzeichnen. Von 1788 bis 1904 stand dort die unter der Leitung des Astronomens Franz Xaver von Zach errichtete Sternwarte. Sie zählte nicht nur aufgrund des fortschrittlichen Equipments, sondern auch durch die revolutionäre Architektursprache, zu den modernsten ihrer Zeit in Deutschland. Eine weitere gewichtige Rolle wurde der Sternwarte in der Geodäsie zuteil. Heute ist bis auf wenige Spuren von der alten Sternwarte nicht mehr viel übrig geblieben. Durch verschiedene Vorträge vom Stadtrat Matthias Wenzel, Dr. des. Mathias Rekow von dem Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha und Vermessungsassessor Torsten Beck sowie einer Ausstellung und visuell angedeuteten Grundrissen soll die ursprüngliche Geschichte der Sternwarte und die Entwicklung in der Astronomie und Geodäsie veranschaulicht werden.

Vom Seeberg in die Innenstadt empfiehlt sich ein Abstecher in das Technik- und Geschichtsmuseum in der Südstraße, in welchem einiges Interessantes über historische Handwerkstechniken geboten wird. Als Gast wird der Aktionskünstler Joachim Oestreich unter dem Motto: „ein bisschen Frieden ist nicht genug“ seine kosmischen Fluggeräte vorstellen. Weitere Handwerks- und Gewerbetraditionen sowie heimatgeschichtliches Wissen werden im Deutschen Versicherungsmuseum, im Waidhaus in der Gretengasse und im Siedlermuseum der Goldbacher Siedlung vorgestellt. Getreu dem Jubiläum präsentiert die Herzogliche Baugewerbeschule den Einfluss des Bauhauses auf die Lehre an der ehemaligen Bauschule und stellt verschiedene Projektarbeiten der Studierenden vor.

Wie sich neue zeitgemäße Architektur in ein historisches Stadtgefüge einordnet und vereinen lässt, wird mit dem Gästehaus Luise in der Mönchelsstraße 9/9 a gezeigt. Historische Bezüge sind in der Ausstattung der Zimmer zu finden. Auch am Stadt-Bad Gotha ist die gelungene Verbindung in der Architektur zwischen historischem Jugendstilbad und Sportbadneubau abzulesen. Führungen rund um die Gothaer Badekultur erwarten die Besucher. Eine weitere architektonische Entwicklung in der Residenzstadt wurde durch den Architekten Cramer vorangetrieben. Seine bauhistorischen Werke und prägender Stil werden durch Vorträge in der „Cramer Villa“ vorgestellt.

Am Schloss Friedenstein lassen sich weitere Umbrüche in der Architektur entdecken. Bauhistorische Elemente des 17. bis 19. Jahrhunderts, von massiven Kreuzgewölben bis zur Fürstenloge oder Tapetenzimmer, werden hier erlebbar.

Als einen technischen Fortschritt im Mittelalter und somit einen wichtigen Umbruch der Wasserversorgung in Gotha, ist der Leinakanal hervorzuheben. Zu Ehren des 650-jährigen Jubiläums des (ur)alten Schlingels wird durch den Freundeskreis Leinakanal eine Veranstaltung geboten, in der sowohl die Geschichte und Entwicklung des Kanals aufgerollt, als auch Führungen durch die Leinakanal-Ausstellungen im Cranachhaus und in der historischen Pumpenanlage geboten werden.

Schon zur Tradition geworden, ist das Kaffeetrinken und Kuchenessen auf dem Turm der Margarethenkirche, im Augustinerkloster und im Lorbeerhaus. Hier können sich die Besucher des Tages des offenen Denkmals zu einer Verschnaufpause in historisch repräsentativer Umgebung erholen und verwöhnen lassen.

Das Festsaalkonzert der Europäischen Louis-Spohr-Kulturgesellschaft e. V. in Kooperation mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten und der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha im Schloss Friedenstein bildet um 17.00 Uhr einen schönen Abschluss des Tages des offenen Denkmals 2019.

Die geöffneten Objekte in Gotha finden Sie im aktuellen „Rathaus-Kurier“ im Überblick. Dank gilt schon jetzt allen Beteiligten für die Gestaltung des Tages.