Zur Operngala „Von Barock bis Britten“ lädt die Thüringen Philharmonie unter der Leitung von Alessandro Crudele am Donnerstag (18 Uhr / 20.30 Uhr) nach Gotha ins Kulturhaus und am Freitag (17 Uhr / 19.30 Uhr) in die Georgenkirche in Eisenach ein.

Valer Sabadus c Christine Schneider

Mit Valer Sabadus engagierte die Intendantin Michaela Barchevitch dabei einen Star-Countertenor, der sich in den großen Opernhäusern und Konzertsälen der Welt etabliert hat. Der 34-Jährige freut sich auf sein Gastspiel in Thüringen, denn das Konzertprogramm „Von Barock bis Britten“ hat er gemeinsam mit der Intendantin der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach konzipiert. „Da hatte ich große Spielräume“, betont der Countertenor, der mit dem Programm die „hohe Kunst der hohen Männerstimme vom Barock bis zur Gegenwart facettenreich zum Klingen bringen“ will.

Dementsprechend abwechslungsreich ist das Konzertprogramm. Bach gehört mit seiner Kandatenkunst genauso dazu wie Arien aus Händel-Opern, Mozarts „Voi ch sapete“ aus Figaros Hochzeit sowie Werke von Gabriel Fauré und Benjamin Britten. „Von Britten habe ich eine Volkslied-Bearbeitung ausgewählt!“

Valer Sabadus gehört zur Riege der weltbesten Countertenöre. Internationale Bekanntheit erlangte er für seine herausragende Interpretation als Semira in Leonardo Vincis Oper „Artaserse“ an den Opernhäusern von Nancy, Lausanne, Wien, Versailles und Amsterdam.

Seit Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein ist die hohe Männerstimme in der Musikgeschichte ein faszinierendes Phänomen. In der italienischen Barockoper brillierten Kastraten wie der berühmte Farinelli mit eigens für sie komponierten Bravourarien vor einem tobenden Publikum. Die spielerische Irritation durch Geschlechter-tausch durch Männer in Frauenrollen und umgekehrt (sogenannten Hosenrollen) waren an der Tagesordnung. Im 20. Jahrhundert etablierte sich im Zuge der historisch informierten Aufführungspraxis der Countertenor, der – wie die Kirchenchor-Sänger der Renaissancezeit – mit einer ausgebildeten Falsettstimme singt. Schließlich wurden auch moderne Komponisten von dem eigentümlichen Klang in den Bann gezogen und schrieben eigene Rollen und Werke für Countertenor.

Das Programm im Überblick:

J. S. Bach
Arie „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ (Aus: Kantate BWV 170)
Purcell
Chaconne (Aus: “The Fairy Queen”)
G. Fr. Händel
Arie des Ruggiero: „Mi lusinga“ (Aus Oper „Alcina“)
Arie des Rinaldo: „Venti turbini“ (Aus Oper „Rinaldo“)
Cimarosa
Ouvertüre (Aus: Oper Il matrimonio segreto).
N. Porpora
Arie des Aci: „Alto Giove“ (Aus: Oper „Polifemo”)

W. A. Mozart:
Ouvertüre (Aus Oper: "Le nozze di Figaro"
Arie des Cherubino „Voi che sapete“  (Aus: Oper „Le nozze di Figaro“),

G.Fauré :
“Masques et bergamasques" (Aus: Requiem: „Pie Jesu“)
B.Britten
„Down by the Salley Gardens“
Zugabe:

G. Fr. Händel
„ Ombra mai fù" (Aus: Oper „Serse“)

Bild: Valer Sabadus (c) Christine Schneider