Das Stadtarchiv bekam ein Teilnachlass des Sprachforschers und Sprachtherapeuten Prof. Rudolf Denhardt geschenkt, der aus einer Haushaltsauflösung in Kassel stammt.

Sprachforscher-Rudolf-Denhardt

1886 gründete Denhardt eine Sprachheilschule in Eisenach, zunächst am Hainstein 3, dann in der Bismarckstraße 10/12, heute Fritz-Koch-Straße.

Er engagierte sich außerdem für die Belange des 1899 gegründeten Thüringer Museums und warb um Spenden. Der nun übergebene Nachlass dokumentiert sein medizinisches Wirken. Überliefert sind auch Dankesschreiben und eine Patientenliste, die zeigt, dass viele von ihnen weit reisten (New York, Boston, London, Amsterdam, Moskau), um Denhardts Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Rudolf Denhardt (1845 geboren in Burgsteinfurt ) befasste sich mit dem Stottern und verfasste zahlreiche Bücher zum Thema. 1876 gründete er in seiner Heimatstadt Burgsteinfurt eine Stotterheilanstalt und wurde damit zum Pionier der Sprachheilkunde. 1886 verlegte er diese nach Eisenach. Nach seinem Tod (1908) wurde die Anstalt zunächst von seiner Witwe und Sohn Emil Denhardt weitergeführt, bis sie 1923 an seinen Schwiegersohn Hans-Josef Knittel übertragen wurde. 1954 wurde die Heilanstalt geschlossen.

Die Patienten, die auf Denhardts Fähigkeiten vertrauten, kamen aus vielen deutschen Städten, aber auch aus vielen europäischen Ländern wie Polen, Russland und Skadinavien. Ein Konvolut enthält zahlreiche trauernde Reaktionen auf den frühen Tod Denhardts 1908.

Fotos: Stadtarchiv Eisenach