„Die Kleinstgewässer haben wir bereits in den Jahren 2021 und 2022 für die Gelbbauchunke angelegt. Im Herbst 2023 wurden die kleinen Tümpel mit einer Befahrung mittels Traktor und Radlader durch die Agrargenossenschaft Gerstungen für die Tiere wieder nutzbar gemacht“, erläutert Martin Burmeister, Projektleiter.

Bild 3 Gelbbauchunke Bildrechte Konrad Kürbis

„Die hübschen kleinen Unken sind scheinbar sehr bescheiden. Sie brauchen nur Pfützen, kleine Tümpel, Wagenspuren oder Gräben. Aber diese dürfen möglichst keine Pflanzen enthalten. Sie müssen ab und zu austrocknen und dann im richtigen Moment wieder Wasser führen. Wichtig ist, dass dort keine Fische und auch keine anderen Amphibien leben, denn diese fressen Laich und Kaulquappen“, so Burmeister weiter.

„Wir bewirtschaften große Teile der angrenzenden Flächen im Natura 2000 Gebiet „Grubenberg bei Gerstungen“. Es hat uns daher sehr gefreut, dass wir mit dem Projekt zusammenarbeiten und einen Beitrag zum Schutz der Gelbbauchunke leisten können“ fügt Herr Kraus, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft, hinzu.

Kleine, besonnte und vegetationsarme Gewässer sind fast vollkommen aus unserer Landschaft verschwunden. Hauptursachen dafür sind die Verbauung und Begradigung von Bächen und Flüssen, die Trockenlegung von Flächen und der Rückgang der extensiven Weidetierhaltung. Mit der Vernichtung ihres Lebensraums ist auch die Gelbbauchunke immer seltener geworden. Sie gilt heute in Thüringen als „vom Aussterben bedroht“. Gebiete wie der Grubenberg bei Gerstungen sind letzte, mögliche Rückzugsorte für Arten wie die Gelbbauchunke. Leider konnte die Gelbbauchunke in den letzten Jahren nicht mehr in diesem Gebiet nachgewiesen werden. „Nun bleibt es spannend, ob die Gelbbauchunken aus benachbarten Gebieten selbst den Weg zum Grubenberg finden. Wir haben aber auch einen Plan B: seit 2023 werden Gelbbauchunken bei uns im Wildkatzendorf gezüchtet. Einen Teil der Nachzucht können wir im Sommer guten Gewissens zum Grubenberg bringen, denn der Lebensraum ist jetzt bestens vorbereitet“ freut sich Dr. Juliane Vogt, Leiterin der Natura 2000-Station Unstrut-Hainich/Eichsfeld.

Bild: Gelbbauchunke - Bildrechte Konrad Kürbis