Seit 2013 ist der „Gothaer Tafelaltar“ eines der sehenswertesten Ausstellungsstücke in den Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, die im Herzoglichem Museum Gotha präsentiert werden. Aber der Altar ist seit seiner Rückkehr aus der Sowjetunion nicht mehr komplett, ihm fehlen die zwei äußeren Standflügel, die in Moskau verblieben sind.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind auch die zwei Standflügel mit den Darstellungen „Stammbaum Christi – Von der Erschaffung Adams bis zur Erbauung des Tempels Salomons“ sowie „Stammbaum Christi – Von der Wurzel Jesse bis Jesu Geburt“ von Trophäenbrigaden in die Sowjetunion gebracht worden. Seither befinden sie sich im Staatlichen Museum für Bildende Künste A. S. Puschkin in Moskau.

Damit der „Gothaer Tafelaltar“ nach 75 Jahren wieder in seiner gesamten Größe und Prachtentfaltung in Gotha gezeigt werden kann, hat die russische Regierung dem Puschkin-Museum in Moskau die Erlaubnis zur Anfertigung originalgetreu nachgebildeter Tafeln für Gotha erteilt. Das rein aus Spenden und Zuwendungen finanzierte Projekt wurde von drei Künstlern umgesetzt, welche herausragende Arbeit geleistet haben.

Nun ist es soweit, der „Gothaer Tafelaltar“ wird in seiner ganzen Pracht wieder zu sehen sein. Es handelt sich um eines der bildreichsten, kunstvollsten, größten und sprachgewaltigsten Bilderbücher der Reformationszeit.

Nach einer Vorstellung des Tafelaltars für die am Projekt Beteiligten während eines Besuchs in Gotha, darunter die stellvertretende Direktorin des Staatlichen Museums für Bildende Künste A. S. Puschkin Frau Tatjana Potapova, der Generalkonsul der Russischen Föderation in Leipzig Herr Andrey Y. Dronov sowie wichtige Spender und Förderer, haben auch alle interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, vom 22. Oktober bis 10. Dezember 2021 den nun vollständigen Altar zu den gewohnten Öffnungszeiten des Herzoglichen Museums selbst in Augenschein zu nehmen.