Vom 11. – 12. Oktober fand in Eisenach die internationale Luchstagung „Eurolynx“ statt. Zwei Tage lang diskutierten knapp 80 Luchsexpert*innen aus 20 Ländern über aktuelle Themen der Luchsforschung und die Situation des Luchses in Thüringen, Deutschland und Europa.

Das jährlich stattfindende Treffen der europäischen Luchsexpert*innen wird in diesem Jahr vom BUND Thüringen organisiert. Gemeinsam mit dem WWF Deutschland und der Wildtierland Hainich gGmbH setzt sich der BUND dafür ein, dem Luchs eine dauerhafte Zukunft in Thüringen, Mitteldeutschland und somit nicht zuletzt in Mitteleuropa zu sichern. „Dass unsere Tagung in diesem Jahr in Eisenach stattfindet, ist kein Zufall!“, sagt Prof. Marco Heurich, wissenschaftlicher Koordinator des Eurolynx-Netzwerkes. „Aufgrund seiner zentralen Lage kommt Thüringen eine herausragende Rolle bei der Vernetzung der Luchspopulationen Mitteleuropas zu“. Der international angesehene Luchsexperte freut sich daher, dass sich der Freistaat seiner Verantwortung für den Luchs bewusst ist und diese vollumfänglich wahrnimmt: „Mit finanzieller Unterstützung des Thüringer Umweltministeriums soll in Thüringen schon in den nächsten Jahren ein Luchswiederansiedlungsprojekt umgesetzt werden, dass die Zukunft der Art in Mitteleuropa nachhaltig zum Positiven beeinflussen kann“.
Die Tagung wurde am 11. Oktober durch Staatssekretär Burkhard Vogel vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) eröffnet. „Thüringen hat nicht nur geografisch eine zentrale Rolle bei der Wiederausbreitung des Luchses in Deutschland: Auch mit zahlreichen Projekten in Forschung, Monitoring, Vernetzung und künftig auch Ansiedlung, ist Thüringen Luchs-Land. Aus diesem Grund bin ich sehr froh darüber, dass das Eurolynx-Meeting in diesem Jahr in Eisenach stattfindet. Dass eine so große Zahl renommierter Luchsexpert*innen aus ganz Europa zu uns nach Thüringen kommt, zeigt dabei ganz deutlich, dass unser Engagement für den Luchs auch international auf Anerkennung stößt“, so Staatssekretär Dr. Vogel.
Zwei Tage lang tauschten sich die fast 80 Luchsexpert*innen in Eisenach über aktuelle Themen der Luchsforschung aus. Neben methodischen Fragen und neusten Forschungsergebnissen steht dabei auch die Frage auf der Tagesordnung, wie die Luchspopulationen Mitteleuropas besser miteinander vernetzt werden können. Über das große internationale Interesse an der Tagung freut sich auch Sebastian König, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Der BUND Thüringen setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz des Luchses im Freistaat ein. Die Eurolynx-Tagung ist ein weiterer Meilenstein unseres Engagements für die Zukunft des Luchses in Thüringen - und über die Grenzen des Freistaates hinaus“. Im Anschluss an die Tagung hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, unter anderem das Wildkatzendorf Hütscheroda zu besichtigen, in dem seit 2019 ein Luchspaar in einem großen, naturnahen Gehege gehalten wird.
Bild: Grußwort des Umweltstaatssekretärs Dr. Burkhard Vogel (c) S. König



