Wer die Tiere schützen und ihnen ein Zuhause geben möchte, lässt im Herbst Laubreste, Reisighaufen und verblühte Blumen in seinem Garten stehen. Die BUNDjugend Thüringen ruft in diesen Tagen alle Gartenbesitzerinnen, Gartenbesitzer und alle, die im Frühling Blühflächen angelegt haben, dazu auf, die Bestände stehen zu lassen.

Biene auf Blume

Max Sommerfeld, Koordinator der BUNDjugend Thüringen: „Den Insekten galt in den letzten zwei Jahren besonders viel Aufmerksamkeit. Höhepunkt war das Volksbegehren und zahlreiche Demonstrationen, auch in Thüringen und Berlin. Die Biene stand stellvertretend für die Insektenarten, deren Bestand in den letzten Jahren besorgniserregend abgenommen hat. Sie stellen einen wichtigen Teil der Nahrungskette dar und sorgen für die Bestäubung.“

Gartenbesitzende, Landwirtschaftsbetriebe und Gemeinden legten in den letzten Jahren vermehrt Blühflächen an. Insekten und andere Tiere fanden im Sommer einen Unterschlupf in Gärten, Blühstreifen, Parks, Verkehrsinseln und Mittelstreifen. Jetzt sind die Flächen abgeblüht und nicht mehr so attraktiv wie vorher. Sie stellen jedoch wichtige Überwinterungsquartiere für viele Insektenarten dar.

Laub, Reisighaufen und abgeblühte Blumen bieten jetzt in der kalten Jahreszeit Unterschlupf und Nahrung. In die Pflanzenstängel legen zum Beispiel Wildbienen ihre Eier ab, die Larven überwintern dort und schlüpfen im nächsten Frühling. Marienkäfer, Florfliegen und viele andere Arten brauchen Staudenstängel als Quartier. Sträucher, Stauden und Blumenreste liefern bestes Vogelfutter: Körnerfresser wie Finken, Ammern und Zeisige bedienen sich an den Samenständen und Beeren.

„Wir appellieren an Gartenbesitzerinnen, Gartenbesitzer und Gemeinden, die ‚natürlichen Insektenhotels‘ stehen lassen“, erklärt Sommerfeld. „Die Lebensräume, die wir im Sommer geschaffen haben, müssen all diesen Lebewesen weiter zur Verfügung stehen, sie brauchen sie jetzt zum Überleben in der kalten Jahreszeit. Teiche, Trockenmauern, Kräuterspirale, Laub- oder Steinhaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere. Die Gartenscheren können also getrost liegen bleiben. Gartenbesitzende können sich jetzt an der Schönheit der Tautropfen in den braunen Dolden entdecken, die Zartheit der Spinnennetze zwischen den Stängeln und den ersten Reif auf den Blütenständen.„

Bild von Mammiya auf Pixabay