Mit einer Kranzniederlegung an dem von Walter Krause geschaffenen Denkmal für die Opfer des Faschismus am Mühlhäuser Bahnhof erinnern die Stadt Mühlhausen, der christlich-jüdische Arbeitskreis im Evangelischen Kirchenkreis Mühlhausen, der Mühlhäuser Geschichts- und Denkmalpflegeverein und der Rotary Club Mühlhausen im Namen der Mühlhäuser Bürgerschaft in diesem Jahr am 27. Januar an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch eine Klasse der Freien Gemeinschaftsschule „Janusz Korczak“ wird dem Erinnern beiwohnen.

Das 1951 wenige Tage nach dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald sechs Jahre zuvor eingeweihte Denkmal auf dem Bahnhofsvorplatz gilt als letztes großes Werk des Mühlhäuser Bildhauers Walter Krause (1891-1967) im öffentlichen Raum und eines der bedeutsamsten in seinem künstlerischen Schaffen. Die vier Figuren stehen symbolisch für alle Opfer, die der Gewalt und Tyrannei des Faschismus ausgeliefert waren. „Einfühlsam schildert Krause verschiedene Charaktere und unterschiedliche Facetten der Trauer, des Leids und Neuaufbruchs“, heißt es dazu in der kunsthistorischen Würdigung von Steffi Maass in dem Walter Krause gewidmeten Sonderheft der Mühlhäuser Beiträge.

Das stille Gedenken an diesem Ort tritt auch in diesem Jahr an die Stelle einer öffentlichen Veranstaltung im Historischen Rathaus, wie sie am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust in Mühlhausen seit vielen Jahren gemeinsam unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters begangen wird.

Seit 1996 ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ein bundesweiter gesetzlicher Gedenktag. Als Jahrestag bezieht er sich auf die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Januar im Jahr 2005 zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.