Am 24. April 1771 ist Alexander Friedrich Karl von Württemberg in der französischen Stadt Montbeliard als Sohn des späteren 14. regierenden Herzogs von Württemberg geboren, morgen ist sein 250. Geburtstag.

Bis er am 4. Juli 1833 in Gothas Fürstengruft in der Schlosskirche von Schloss Friedenstein seine letzte Ruhe fand, machte er eine atemberaubende Karriere. Im österreichischen Militärdienst stehend, trat er 1799 in die russische Armee ein, wo seit 1776 seine Schwester als Zarin Marija Fjodorowna (1759-1828) an der Seite von Zar Paul I. lebte. Seine Neffen Alexander und Nikolaus waren später ebenfalls Zaren von Russland.

Im Napoleonischen Befreiungskrieg war er Heerführer in den Schlachten von Smolensk und Borodino gegen Napoleon und befreite die Stadt Danzig. Mehrmals als Gouverneur in Weißrussland eingesetzt, übernahm er 1822 das russische Verkehrsministerium, wo bedeutende Straßen- und Wasserbauprojekte u. a. die Wasserstraßenverbindung zwischen Wolga und Dwina auf ihn zurückgehen.

Im Dezember 1832 weilte er am Gothaer Hofe, weil seine Tochter Marie den geschiedenen und fünfzehn Jahre älteren Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha (1784-1844) heiratete. Da Alexander Friedrich Karl selbst mit einer Prinzessin aus dem verarmten Hause Sachsen-Coburg-Saalfeld verheiratet war, war er der Onkel seines Schwiegersohns und die Braut die Cousine des Bräutigams. Die Hochzeit fand am 23. Dezember 1832 im Schloss Friedenstein statt.

Überraschend starb der Herzog am 4. Juli 1833 in seinem Wohnhaus, dem Prinzenpalais zu Gotha. Durch die nun entstandene enge Verbindung der Herzogshäuser Sachsen-Coburg und Gotha mit dem Herzogshaus Württemberg erwarb die württembergische Familie in Gotha ein Palais und zwar direkt gegenüber dem Schloss Friedenstein als „Palais Württemberg“. Seit längerem ist geplant dieses spätere Internat in ein Hotel „LUISE“ umzubauen.

Als Gedenkort besitzt Gotha für das Herzogshaus von Württemberg große Bedeutung. Zum 175. Todestag des Stammvaters weilte der Chef des Hauses Herzog Carl von Württemberg am 4. Juli 2008 in Gotha und zur Ausstellung des „Bilderbuches der Reformation“ kam am 29. Juli 2017 der später bei einem Verkehrsunfall verstorbene Herzog Friedrich von Württemberg (1961-2018) ins Herzogliche Museum.

Das für den 24. April 2021 geplante Gedenken in kleinem Kreise anlässlich des 250. Geburtstages des bedeutenden russischen Staatsmannes und Stammvaters des heutigen Herzogshauses von Württemberg, an dem auch Prinz Michael von Württemberg teilnehmen wollte, musste aufgrund der Beschränkungen der Corona-Pandemie abgesagt werden.